Heilbäder

Sehenswertes im Pragser Tal

Untrennbar mit dem Pragser Tal verbunden sind seine Heilbäder Bad Altprags und Bad Neuprags.
Bad Neuprags
Bad Neuprags
Wann die Quellen zum ersten Mal angezapft wurden, verliert sich genauso im Dunkel der Geschichte, belegt ist das Jahr 1690. Als Erlachbad lockte es ab 1830 mit seinen Quellen "Theresia" und "Jenny" Gäste aus nah und fern zum heilsamen Vergnügen herbei. 
weitere Informationen
Auch hier half das Wasser gegen viele Leiden: die Bauern glaubten von ihren Augenleiden geheilt zu werden, es half in allerlei alten und neuen offenen Schäden und Wunden und es war gut für vielerlei Wehwechen. Beleibte Personen konnten sich genauso großen Nutzen versprechen wie magere, zum Blutbrechen geneigte. Später wurde es als Möselbad weitum bekannt. Zubauten entstanden, neue Zimmer und Badekabinen. Es dauerte nicht lange, da hatte Bad Neuprags dem ehrwürdigen Altprags den Rang abgelaufen. Man aß hervorragend, an die 400 Gäste stiegen jedes Jahr ab und verbrachten wochenlange Aufenthalte inmitten der Wälder, des Sees und der reinen Luft. Die Pragser Bäder drückten immer schon Zeitgeist aus. Ihr Aufstieg, ihr Ruhm, ihr Niedergang waren typisch, nicht nur für sie, sondern für viele andere im Alpenraum. Den ersten Todeshieb versetzte ihnen der Erste Weltkrieg. Nach diesem, im Jahr 1936 mussten auch die damaligen fleißigen Besitzer den neuen faschistischen Machthabern das Bad abtreten, bis endlich die katholische Kirche es als Sommerunterkunft übernahm.
Bad Altprags
Bad Altprags
Wie weit die Geschichte zurückreicht, weiß man nicht genau. Auf jeden Fall ersuchte schon im Jahr 1490 ein einfacher, umtriebener Holzknecht und Unterförster, im Dienste des görzischen Forstmeisters stehend, die Grafen von Görz um Erlaubnis, am so genannten Pragser Hirschbrunnen Bauten zu erstellen, um darin Leidende und Kranke zu verpflegen. 
weitere Informationen
Die Bitte wurde ihm gewährt, sogar ein Jahr später soll Paula Gräfin von Görz diese Quelle aufgesucht haben. Wunderweise wurde sie auch tatsächlich von heftigsten Gliederschmerzen geheilt. Daraufhin erbaute die dankbare Gräfin das gotische Kirchlein "im Moos" bei Niederdorf. Es waren auch andere weit verbreitete Krankheiten, welche gerade in dieser Zeit zu einem Aufschwung des Badewesens führten. Das Bad scheint in der Folge viel besucht worden zu sein und weit über die Grenzen hinaus Ansehen genossen zu haben. Im Jahr 1501 verlieh Kaiser Maximilian I. umfangreiche Lehensvollmachten über dieses Bad. Dieses Bad sollte zu einer Oase der Ruhe und der Heilung werden, was auch geschah. Das Wasser hatte eine große Macht zu wärmen, zu vereinigen, zu heilen,..., es entzieht ihnen den gewöhnlich überflüssigen Schweiß, es lindert die Schmerzen der bösen Krankheit, heilt Wunden und es hilft auf Dauer gegen Knochenbrüche. Das Wasser versprach mehr denn je, wunderbare Eigenschaften in sich zu tragen. Bad Altprags wurde in den folgenden Jahrhunderten viel gerühmt und gepriesen. Neben der eigentlichen Badquelle, dem "Hirschenbrunnen", gab es noch die "Augenquelle" und die "Trinkwasserquelle". Mit 9° Celsius Temperatur sprudelt das Wasser aus den Felsen. Im Jahr 1692 errichtete man in der Nähe sogar eine Kapelle, worin sich im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Krücken ansammelten, welche von den auf wundersame Art und Weise geheilten Patienten zurückgelassen worden waren. Bad Altprags zählte zwischen 1830 und 1870 konstant 600 bis 1.000 Badegästen. Eigenartigerweise wechselten die Besitzer im Laufe der Jahre in rascher Reihenfolge. Deshalb konnte die Qualität der Dienstleistungen nicht immer mit den Anforderungen der Gäste mithalten. So ging gegen Ende des 19. Jahrhunderts die glorreiche Zeit des Bades Altprags allmählich seinem Ende entgegen. Es wurde durch neuere Strukturen verdrängt, durch Bad Neuprags und das Hotel Pragser Wildsee. Im Jahr 1950 war endgültig Schluss. Es zerfiel zusehends.