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Die Pfarrkirche zum Hl. Nikolaus in Winnebach

Die Pfarrkirche zum Hl. Nikolaus in Winnebach bei Innichen: ein bau- und kunsthistorisches Kleinod.

Besichtigungsmöglichkeiten:

Die Kirche ist nur während der Messfeiern zugänglich.

 

Der siedlungsgeschichtlich jüngste Teil der Ortschaft liegt auf den beiden Abdachungen eines mächtigen Schuttkegels. Nur die Kirche, die sonst meistens das Zentrum des Dorfkernes bildet, steht auf einem aussichtsreichen Hügel. Als Schutzherr der Pfarre fungiert der Wasserpatron St. Nikolaus, der häufig in jenen Orten gewählt wurde, die seit alters gegen ungestüme Wildbäche zu kämpfen hatten (mhd. winnen = wütend).

 

Urkundlich scheint die Winnebacher Pfarrkirche mit ihrer Weihe 1507 erstmals auf. Der vorromanische Saalbau wurde um 1500 in gotischem Stil erweitert. Der elegante Kirchenbau mit Spitzbogenfenstern und -portal hat sein gotisches Äußeres bewahrt, ebenso sind Grund- und Aufriss mit Pfeilern, Triumphbogen und polygonalem Chorabschluss noch in gotischer Form erhalten.

 

Vom ursprünglichen Freskenschmuck der Winnebacher Kirche ist nur mehr eine Krönung Marias und die Darstellung der Nikolauslegende (um 1505) erhalten. Aus dem 17. Jhdt. stammt das Epitaph der Familie Klettenhammer mit den Stiftern in architektonischer Rahmung. Altäre, Kanzel und Beichtstühle stammen aus dem frühen 19. Jhdt., stellen jedoch einen einheitlichen und beschwingten ländlichen Barock dar.

 

Die Statue des Hl. Silvester am linken Seitenaltar entstand im späten 15. Jhdt., gehört aber nicht zur ursprünglichen Einrichtung dieser Kirche, da sie bis 1786 in der Silvesterkapelle auf der Alm stand. Für diese Kapelle wurde um 1900 eine Kopie angefertigt, die vor einigen Jahren gestohlen und nicht mehr gefunden wurde.

 

Zum Kirchhügel empor führt ein steiler Kreuzweg mit vier Kapellenbildstöcken. Die Holzfiguren dieser Bildstöcke stellen in derb-realistischem Bauernbarock Szenen aus der Passion dar: Ölberg, Geißelung, Dornenkrönung, Kreuztragung; dazu gehört auch die im Friedhof freistehende Kreuzigungsgruppe (alles um 1700).


Die Loretokirche in Winnebach

Die Loretokirche

Besichtigungsmöglichkeiten: täglich 8 - 18 Uhr

 

Wie der Innichner Gastwirt Georg Paprion war auch der Winnebacher Gastwirt Johann Klettenhammer ein eifriger Wallfahrer. Beide lebten um die gleiche Zeit, und wie das Außerkirchl Paprions ist auch Klettenhammers Loretokirchlein ein eindrucksvolles Zeugnis barocker Volksfrömmigkeit.

 

Loreto in Italien ist schon im 17. Jahrhundert ein beliebter Wallfahrtsort gewesen, da Nachbildungen der dortigen Gnadenkapelle in allen Teilen Tirols zu finden sind. Einer alten Legende nach trugen Engel das Häuschen der Hl. Familie von Nazareth zunächst nach Terrsatto (Istrien), dann nach Loreto. Noch im 19. Jahrhundert war der 10. Dezember ein Bauernfeiertag.

 

Johann Klettenhammer hatte von einer Wallfahrt nach Loreto eine Kopie des dortigen Gnadenbildes mitgebracht und neben seinem Haus in Stil und Form der Gnadenkapelle eine Loretokapelle gebaut, deren Weihe 1650 erfolgte. Das Kirchlein wurde von Mitteregger- und Mühlbach mehrmals stark vermurt, zuletzt 1965. Dass es die entfesselten Elemente nie zu zerstören vermochten, empfand die fromme Bevölkerung als ein Wunder: so wurde die Loretokapelle immer mehr das Ziel vieler Hilfesuchender. Das Fresko an der Außenmauer stellt die legendäre Übertragung des Hauses der Gottesmutter nach Loreto dar.


Die St. Silvesterkapelle in Winnebach

Besichtigungsmöglichkeiten:

Mitte Juni bis Ende September täglich geöffnet.


Die St. Silvesterkapelle in Winnebach

Der Standort dieses Heiligtums an der höchsten Stelle des Silvestertales wurde von den Archäologen als vorgeschichtliche Wallburg erkannt. Es ist möglich, dass die kleine Silvesterkirche auch eine Opferstätte der vordeutschen Hirten dieser Gegend als Vorläuferin gehabt hat. Das Kirchlein wurde um 1150 erbaut und um 1440 erweitert; 1441 neu geweiht und 1455 von Kardinal Nikolaus Cusanus von Brixen mit Ablässen ausgezeichnet.

 

Der Bau mit der seitlichen Fassadenglockenmauer steht malerisch mitten in den weiten Almgeländen. Die vorromanische Kirchenbauart ist rein erhalten. Der Gemäldezyklus, ein Werk der Brixner Malerschule - wahrscheinlich vom "Meister von Klerant" -, entstand zwischen 1450 und 1460. An der Leibung des Chorbogens sehen wir Darstellungen der Heiligen Petrus und Paulus, Ingenuin und Albuin, an der Rückseite des Bogens Schweißtuch haltende Engel. Die gesamte Apsis und die Fensterleibungen sind mit Fresken bedeckt.

 

Nachdem Kaiser Joseph II. das Kirchlein im Jahre 1786 entweihen ließ, verfiel es zusehends. Ab 1898 wurde es doch wieder instand gesetzt, wobei der Haller Maler Alfons Siber die Fresken nicht nur restaurierte, sondern auch ergänzte: In einer so meisterhaften Weise, dass man bei der im Jahre 1986 durchgeführten Restaurierung oft nicht feststellen konnte, was zur ursprünglichen Malschicht gehört, und was von Siber stammt.

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