Der Architekturpreis für „Neues Bauen in den Alpen“ ist eine Initiative von „Sexten Kultur“ und wurde 1992 zum ersten Mal vergeben. Beurteilt werden Bauten aus den Alpenländern, wobei für jede Ausschreibung ein eigener Schwerpunkt gesetzt wird. Bei der vierten Preisvergabe seit 1992 standen 2006 vor allem jene Bauten im Mittelpunkt, die für das Überleben von Dörfern wichtig und im Hinblick auf die Frage der Zukunft der Bergregionen von wesentlicher Bedeutung sind, wie Supermärkte, Heizkraftwerke, Gemeindebauten, Infrastruktur etc.
Die hochkarätige Jury mit Friedrich Achleitner (Wien), Sebastiano Brandolini (Mailand), Manfred Kovatsch (München), Bruno Reichlin (Genf) und Günther Vogt (Zürich) vergab bei der vierten Preisvergabe zwei erste Preise und 29 Auszeichnungen. Die 419 Einreichungen aus allen Alpenländern zeigen, dass zeitgenössisches Bauen in den Bergen sowohl in den Gemeinden als auch bei gewerblichen und privaten Bauherren ein Thema geworden ist.
Der erste Preis wurde an zwei Projekte zu gleichen Teilen vergeben: an das Mädcheninternat der Klosterschule Disentis von Gion A. Caminada, das eine durch den Abbruch des ehemaligen Unterhauses entstandene Lücke zwar präzise und selbstbewusst als Solitär füllt, aber dennoch den Anschluss an die vorhandene Substanz sucht, und den MPREIS Supermarkt in Wenns von Rainer Köberl und Astrid Tschapeller, der den topografisch schwierigen und landschaftsräumlich anspruchsvollen Ort auf intelligente Weise ergänzt.
Auf Grund seiner besonderen Leistungen erhielt Othmar Barth einen Ehrenpreis für sein Lebenswerk. Erstmals wurde auch das Engagement eines Bauherrn für zeitgemäße Architektur in Form eines Sonderpreises gewürdigt und die MPREIS WarenvertriebsGmbH für ihren Einsatz für hochwertige Architektur bei der Errichtung von Handels- und Gewerbebauten ausgezeichnet.
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