?Der höchste Himmel der Dolomiten? - die Drei Zinnen
Mächtige Felsvorsprünge, steile Wände, drei Spitzen im Herzen der Dolomiten. Diese weltberühmten Berge ragen steil im Naturpark Sextner Dolomiten empor. Viele viele Jahre traute sich niemand an die Eroberung dieser Felswände heran. Die Berge galten für die Menschen als etwas Mächtiges, als etwas das in den Himmel empor ragt und nicht zu bezwingen ist. Bis ins 19. Jahrhundert galt diese Ehrfurcht. Doch im August 1869 kam der Wiener Paul Grohmann in diese Gegend, um hier seinen Urlaub zu verbringen. Beim Anblick der Drei Zinnen entbrannte im Herzen des fanatischen Bergsteigers die Sehnsucht, auf der Spitze dieses Berges zu stehen. Im Gespräch mit Einheimischen brachte er in Erfahrung, dass ein Sextner Bergkamerad, Innerkofler Franz, bereits die Gegend erkundschaftet hatte und einen möglichen Einstieg zur Eroberung der Großen Zinne gefunden hatte. Am 21. August 1869 brachen Grohmann, Innerkofler und Salcher Peter aus Luggau von der Rimbiancohütte zum Einstieg an einer schuttgefüllten Rinne an der südöstlichen Basis des Berges, unterhalb der Schlucht zwischen Großer und Kleiner Zinne, auf. Der Weg führte über einen Kamin, der sich als Schlüsselstelle herausstellte, auf den Gipfel der Großen Zinne auf 2.999 Meter. Nach 2 Stunden und 55 Minuten war dieser so mächtige Berg erobert.
Die nächste Zeit traute sich niemand mehr an dieses waghalsige Unternehmen heran. Genau zehn Jahre vergingen, bis der Namensvetter Michl Innerkofler zusammen mit dem ?Schluderbacher? Georg Ploner zur Erklimmung der Westlichen Zinne aufbrachen und diese auch eroberten. Michl konnte auch zusammen mit seinem Bruder Hans die Bezwingung der Kleinen Zinne auf sein Konto verbuchen. Zur damaligen Zeit war dies eine Meisterleistung der beiden, da diese als die Schwierigste der Drei Zinnen eingestuft wurde.
In den Jahren danach brach der große Wander- und Klettertourismus in dieser Gegend herein. Immer höher hinauf brachten die Bergführer ihre Gäste. Immer gefährlicher wurden die Routen. Als im Jahre 1914 der 1. Weltkrieg über Europa hereinbrach, starb der Tourismus aus und die einheimischen Männer wurden an die Front beordert. Große Verluste wurden verzeichnet, viele Dörfer wurden zerstört, das Land ging an Italien über.
Die Drei Zinnen blieben viele Jahre wieder nur hochragende Felswände, die man aus weiter Ferne betrachtete. Die Nordwand der Großen Zinne blieb zwar ein wichtiger Blickpunkt für das Auge eines jeden, doch traute sich niemand deren Bezwingung zu. Erst im Jahre 1933 entfachten Gespräche von einigen Bergsteigern über die Suche einer Route über die Nordwand auf den Gipfel der Großen Zinne bei dem Triestiner Bergführer Emilio Comici die Begierde, als erster den Versuch zu wagen, wider jeden menschlichen Verstandes diese Felswand emporzusteigen. Der Ruf des Berges war so stark, dass er trotz Schwierigkeiten und nach mehreren Versuchen am 14. August diesen Jahres eine neue Route auf den Gipfel der Großen Zinne im Gipfelbuch verzeichnen konnte. Emili Comici schrieb damit Klettergeschichte.
Seit diesem Zeitpunkt sind die Drei Zinnen immer wieder Anziehungspunkt für passionierte Kletterer und jährlich erklimmen viele Bergfreunde den Gipfel einer der Bergspitzen. Die Magie dieses einzigartigen Dreigestirns ist trotz der zahlreichen Besteigungen erhalten geblieben und zieht mit seiner Mächtigkeit alle Besucher in seinen Bann.
Quelle: Drei Zinnen/Helmut Dumler
Auf der Berge freien Höhen
in der Mittagssonne Schein,
an des warmen Strahlers Kräften
zeugt Natur den goldnen Wein.
Und noch niemand hats erkundet
wie die große Mutter schafft.
unergründlich ist das Wirken;
unerforschlich ist die Kraft.
Friedrich Schiller
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