Die Wurzeln des Krampuslaufes reichen weit zurück und haben ihren Ursprung im heidnischen Glauben. Die wilden Gestalten wollten mit Glockengeläut und Geschrei die bösen Wintergeister vertreiben. Der Krampuslauf findet in Toblach jedes Jahr Anfang Dezember statt. Weitere Informationen zu den Krampussen unter www.foirtoifl.it
Der Nikolaus kam erst später hinzu; er gilt als Überbringer von Gaben und Geschenken, über die sich in erster Linie Kinder jährlich am 6. Dezember freuen dürfen.
Weihnachtliches Singen und Musizieren
In der Adventszeit erfreuen viele im Dorf umherziehende Gruppen von Musikanten und Sängern die Einwohner Toblachs mit ihrem Gesang. In der oft sehr hektischen Vorweihnachtszeit sollen ihre Weisen zum Innehalten anregen, um die Menschen auf ein besinnliches Weihnachtsfest vorzubereiten.
Hausräucherung in den Rauchnächten
Mit Weihrauch und Weihwasser ziehen die Familienangehörigen am Heilig Abend und am Drei-König-Tag durch das Haus um alles Böse zu vertreiben und verschont gegenüber allen Übels zu bleiben.
Die Sternsinger
Vom Stephanstag bis Neujahr ist es in ländlichen Regionen Brauch, einander ein gutes neues Jahr zu wünschen. So auch in Südtirol, wo diese Aufgabe von den Sternsingern übernommen wird. Diese ziehen von Haus zu Haus und erfreuen die Bewohner mit Liedern und Gedichten. Die Sternsinger schreiben mit Kreide die drei Buchstaben C M B auf die Haustüren. Dies sind die Initialen der lateinischen Worte „Christus mansionem benedicat", was soviel bedeutet, wie „Christus segne dieses Haus“.
Fleischweihe um Ostern
Nach 40 Tagen Fastenzeit wird am Ostersamstag zum Fest der Auferstehung übergegangen. Ein Korb voll Fleisch, Käse und Eier wird in der Kirche geweiht. Diese geweihten Gaben werden am Ostersonntag verzehrt. Das Fleisch symbolisiert den „Leib Christi“ als Gabe Gottes, das Osterei „neues Leben“, die Auferstehung Christi.
Erntedank
Wie überall auf dem Lande feiert man im Monat Oktober eine erfolgreiche Ernte mit einem großen Fest, dem Erntedankfest. Das Fest beginnt mit einem Dankesgottesdienst am Morgen. Anschließend folgen meist Konzerte und Tanzaufführungen der einheimischen Musikkapellen und Volkstanzgruppen. In manchen Gegenden ist es auch Brauch einen Baum aufzustellen, an dessen Wipfel Leckereien befestigt sind, die dann von wagemutigen „Kletterern" herabgeholt werden.
Religiöse Prozessionen im Frühjahr und Herbst
Zu bestimmten Festen religiösen Ursprungs werden Prozessionen abgehalten, an deren Verwirklichung sich meist die gesamte Dorfgemeinschaft mit Begeisterung beteiligt. Die Prozession ist ein farbenprächtiges Schauspiel mit Fahnen, traditionellen Trachten, Heiligenfiguren aus Holz und der Musikkapelle sowie Chören. Eine Prozession besteht aus mehreren Stationen, an welchen jeweils gebetet und gesungen wird.
Die Trachten sind ein Symbol der vergangenen Jahre und eine Erinnerung an die Vorfahren der Südtiroler Bevölkerung. Sie wurden vor Jahrhunderten als Festigung der Gemeinschaft und Ordnung gesehen und werden auch heute noch zu besonderen Anlässen getragen. Sie vermitteln die Zugehörigkeit zur Heimat und ihren Bräuchen.
Musikkapellen haben in ländlichen Regionen große Tradition. Freunde der Blas- und Marschmusik schließen sich zu Gruppen zusammen, und zeigen ihr Können auf Volksfesten, bei Hochzeiten und Prozessionen.
Die Musikverbundenheit der einheimischen Bevölkerung hat auch eine Vielzahl von Chören hervorgebracht. Der bekannteste und vielleicht auch der wichtigste ist der Kirchenchor, der nicht nur religiöse Feste untermalt, sondern Veranstaltungen aller Art eine ganz besondere Note verleiht.
Die Schützen waren in den vergangenen Jahren die Freiheitskämpfer von Tirol. Heutzutage wohnen sie den Prozessionen mit ihren Trachten bei.
Wetterläuten: Bei starkem Gewitter werden die Glocken im Dorf geläutet, um durch den Schall die Wolken aufzureißen, damit das Gewitter wegzieht.
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Die Herz-Jesu Feuer
In der Nacht zum Herz-Jesu Sonntag (2. Sonntag im Juni) werden auf Bergen und Almen Feuer entzündet. Diese Feuer haben den Ursprung in der Zeit des berühmten Freiheitskämpfers Andreas Hofer, der sie mit seinen Männern zur Warnung der weiter entfernten Ortschaften entzündete. Andreas Hofer und seine Männer leisteten damals auch einen Schwur auf das heilige Herz Jesu - welchem das Land Tirol geweiht ist - Gott und Vaterland gegen die einfallenden Franzosen zu verteidigen. Viele der Feuer haben heute daher die Form eines Herzens, aber auch andere christliche Symbole wie das Kreuz sind üblich.
Almabtrieb
Jedes Jahr gegen Mitte September wird das Vieh, welches den Sommer auf der Alm verbracht hat, zurück ins Dorf und somit zurück in den heimischen Stall gebracht. Jene Kühe, die während des Sommers die meiste Milch gegeben haben, werden mit wunderschönen Kränzen und Blumen geschmückt. Dies ist ein Zeichen der Dankbarkeit des Menschen an das Tier und auch ein Dank an Gott, der die Tiere vor Gewittern und Unfällen während des Sommers beschützt hat.
Kirchtagklopfen
Dieses im Volksmund bekannte „Kirchta krochn“ wurde als Kommunikations-mittel zwischen den einzelnen Höfen benützt. Später entwickelte es sich zur Freizeitbeschäftigung. Heutzutage findet man nur mehr wenige Bauern, die das Klopfen am Kirchtag, einem willkürlich gewählten Tag im Jahr wo getanzt und gefeiert wird, praktizieren.
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